Gibt es das beste Land zum Auswandern? Wir sagen nein, das gibt es nicht, weil die Frage viel zu nackt ist. So wie wir bei der KI mit den richtigen Prompts arbeiten müssen, muss auch die Frage nach dem besten Land zum Auswandern Kontext liefern.



Bin ich jung und an besseren Karrierechancen interessiert? Will ich mich als Rentner oder Privatier zur Ruhe setzen? Möchte ich vor allem von Geo-Arbitrage profitieren und daher ein Land mit niedrigen Lebenshaltungskosten finden? Will ich mit Kindern auswandern und muss daher auch über das Schulsystem nachdenken?
Goodbye-Germany als Folge der Politik
Um die Bundestagswahl herum ist das Thema Auswandern wieder getrendet. Ein Bekannter hat ausgesprochen, was wohl viele denken: „Wenn diese Verarmungspolitik so weiter geht, dann bin ich mittelfristig weg. Ich muss noch ein, zwei Schafe ins Trockene bringen, dann heißt es Goodbye-Germany!“
Es gibt kein universelles „bestes Land“ zum Auswandern!
Die eierlegende Wollmilchsau, die wir Deutschen so sehr lieben, gibt es beim Thema Auswandern nicht. Warum? Weil es auch nicht das beste Land zum Urlaub machen gibt! Es kommt auf die Bedürfnisse und das Budget an. Es kommt auf persönliche Präferenzen und den eigenen Erfahrungshorizont an.
Die beliebtesten Länder der Deutschen zum Auswandern sind Österreich, die Schweiz und Spanien. Wie viel davon dem aus der Investment-Welt bekannten „Home Bias“ zuzuschreiben ist, kann man nur spekulieren.
Die besten Länder zum Auswandern für junge Fachkräfte sind wahrscheinlich die Vereinigten Staaten, Singapur und Australien.
Rentner, Pensionäre und Privatiers orientieren sich nach Südostasien, Südeuropa und immer mehr auch Mexiko und Südamerika. Wer in Europa bleiben möchte, geht gerne nach Portugal oder Malta.
Für Geo-Arbitrage-Fans bieten sich Länder wie Bulgarien, Malaysia oder Kolumbien an. Lest hierzu auch unseren beliebten Artikel „Wohin auswandern mit wenig Geld?“
Perfektionismus ist manchmal auch nur eine Form von Passivität!
Das beste Land zum Auswandern kann auch an der Frage hängen, wo ich steuerlich besser gestellt bin oder wo es günstige Immobilien gibt. Italien sticht an dieser Stelle im Moment hervor, was uns auch motiviert, dort diesen Sommer Housesits zu machen.
Das beste Land zum Auswandern ist eine Fata Morgana, die sich aus einer Idealisierung speist. Es ist also produktiver, sein eigenes Bedürfnisprofil zu erstellen und dann aktiv zu werden. Das Teilzeitauswandern ist ein guter Weg, verschiedene Optionen über längere Zeiträume auszuprobieren.